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Erbe führt zum Schweigen

Der Fachanwalt für Erbrecht Herr Kölsch bittet mich um Unterstützung.

Ein Erblasser hat ein größeres Erbe (Eigenheim, Mietshäuser, Aktien, Barvermögen) seiner Ehefrau und zwei seiner Söhne vererbt, während sein ältester Sohn komplett enterbt wurde.

Da alle mit dem Testament unzufrieden sind, begrüßen sie zwar den Vorschlag von Herrn Kölsch, gemeinsam andere Vereinbarungen zu treffen, sind aber so zerstritten, dass eine Kommunikation darüber nicht möglich ist.

Herr Kölsch empfiehlt deshalb zunächst eine Mediation durch einen „Nicht-Anwalt-Mediator“, um die Streitigkeiten beizulegen und die Basis für gemeinsame Vereinbarungen über das Erbe zu schaffen: wieder miteinander zu kommunizieren. Die Witwe und ihre drei Söhne stimmen einer Mediation zu.

In den insgesamt zwei Sitzungen zu je zwei Stunden mit mir als Mediator können das langjährige Schweigen beendet, die wechselseitigen Verletzungen und Kränkungen thematisiert und die langanhaltende Konflikte beigelegt werden. Es stellt sich heraus, dass sowohl die Witwe als auch die beiden Söhne mit ihrem Erbe nicht zufrieden sind und es ungerecht finden, dass der dritte Sohn enterbt wurde.

Nach der Mediation treffen die Witwe und ihre drei Söhne zusammen mit Herrn Kölsch gemeinsame Vereinbarungen, u.a. tauschen die beiden Söhne z.T. die geerbten Mietshäuser und beteiligen den ältesten Sohn an den Mieteinnahmen.