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Textklau gefährdet die Kooperation

Frau Kölsch und Frau Alt, die seit Schulzeiten befreundet sind, sind eine vielversprechende Kooperation eingegangen: Frau Kölsch hat sich als Grafikerin auf die Gestaltung von Websites spezialisiert und Frau Alt als Journalistin auf die Textgestaltung von Websites.

Sie sind beide selbstständig tätig, kooperieren aber so oft wie möglich: erhält Frau Kölsch einen Auftrag für die Webgestaltung, empfiehlt sie Frau Alt für die Textgestaltung und umgekehrt.

Nach ein paar erfolgreichen Jahren der Kooperation kam eine Auftragsflaute.

Dies veranlasste Frau Kölsch immer häufiger, Frau Alt nicht einzubeziehen, sondern die Textgestaltung selbst vorzunehmen und sich der Vorlagen von Frau Alt zu bedienen.

Da die mehrmalige Bitte von Frau Alt, dies zu unterlassen, nicht fruchtet, droht Frau Alt in einem Streit mit einer Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung. Darauf hin bricht Frau Kölsch jeglichen Kontakt ab.

Da Frau Alt statt einer gerichtlichen Auseinandersetzung an einer weiteren guten Zusammenarbeit interessiert ist, schlägt sie Frau Kölsch eine Mediation vor.

Frau Kölsch stimmt zu.

In der Mediation wird der enorme wirtschaftliche Druck, dem vor allem Frau Kölsch als alleinerziehende Mutter ausgesetzt ist, deutlich.

Das Eis beginnt zu schmelzen, als sich Frau Kölsch bei Frau Alt für ihr Verhalten und den „Textklau“ aufrichtig entschuldigt. Auch ihr ist an einer „Zusammenarbeit wie früher“ sehr gelegen.

Als sich auch Frau Alt für die Androhung einer Anzeige entschuldigt, ist der Weg frei für ein Brainstorming, wie gemeinsam neue Kunden gewonnen werden können.